BMW Sailing Cup 2009, Frankfurt oder: Motor und Segel sind doch kein Widerspruch

 

An meinem Geburtstag im Juni kam nach einer elendiglichen Anzahl von E-Mails endlich ein menschliche Gratulant in Person unseres Pressechefs zu mir und Ÿberredete mich nun endlich die schon lange geplante Testfahrt mit einer BMW GS 1200 zu starten. Gesagt getan ein paar Tage spŠter habe ich das Motorrad abgeholt und bin damit mit Ann-Sophie nach Eich gefahren (wohin auch sonst).

 

Was hat das mit dem Segeln auf dem Main zu tun?

 

Ja alles: Beim Motorradabholen bei BMW lag dort ein WerbebroschŸre fŸr den BMW Sailing Cup: Segeln mit J80 Ð von BMW gestellt Ð 3 Tage Ð mit einer Mannschaft von 4 Seglern Ð 16 Mannschaften Ð keiner  kennt sich Ð und das Ende  August nach den Ferien! Super !

 

Blick in den Kalender: So ein €rger Reise nach China geplant!

Also trotzdem Bewerbung ausfŸllt, alle seglerischen Heldentaten der letzten 30 Jahre erwŠhnt, Reise nach China umgeplant und bei der Assistentin von BMW scheinheilig die Abgabedaten noch mal nachgefragt. Und nun wartenÉÉÉÉ.

 

Und dann: Angenommen Ð aber hoffentlich als Steuermann? BMW schweigt! Also hoffen.

 

Der 28. August kommt Ð um 09 Uhr geht es an der FriedensbrŸcke los. Main und Rhein ist bestimmt so Šhnlich. Abends das Internet mit Windfinder und Trimmanweisung gequŠlt. Man will ja vorbereitet sein! Und was ich sehe hšrt sich gut an, schnelles Schiff, schšn zu segeln, mit (Oha) 65 qm Grenaker und Wind 3-4 bei bestem Wetter aus West -  und so sollte es dann auch sein!

 

Freitag, 28.09. 09 Uhr

Motiviert am Freitag frŸh am Theodor Stern Kai eingetroffen. Tolle AtmosphŠre Ð 6 wunderschšne J 80 liegen im Wasser, der Wind blŠst. Ich kenne nur Wolfgang Blankenburg, der aber fŸr Langen unterwegs ist Ð und sonst keinen. Also die ganze Last des SC Eich auf meinen schmalen Schultern. 

 

Die Bekanntgabe der Teams beginnt. Wann kommt endlich mein Name Ð bin ich vergessen worden Ð oder noch viel Schlimmer - vielleicht nur Vorschoter? Puh nach langem Warten: GlŸck gehabt: Team M und Schlick als Skipper mit Iska, Udo und Michael.

OK: Chemie stimmt, keiner kennt das Boot und noch viel Schlimmer keiner kennt den SCE! Das muss geŠndert werden!

 

Grau ist alle Theorie. Jeder hat exakt eine Stunde Zeit, um das Boot auf dm Main zwischen den Mainschiffen kennen zu lernen. FŸhlt sich gut an. Segelt wie eine schnelle Mischung aus Kielzugvogel und Sprinta Sport. Der Wind frischt auf. Auf der Kreuz super, aber Verbot mit Genaker zu Ÿben.

 

Nun denn frisch zur Tat. Gesegelt wird Up and Down 2-3 Runden als Fleetrace mit 4 Ð 6 Booten in drei Tagen. Die Crews segeln auf jeden Fall alle drei Tage. Die Boote werden jeden Tag neu gelost. Am Freitag gibt es VorlŠufe, am Samstag die Qualifikation fŸr das Halbfinale und am Sonntag Halbfinale und schlie§lich das Finale mit 4 Booten und 2 LŠufen. Der Sieger fŠhrt im Oktober zum Deutschlandfinale an den Tegernsee. Da geht es dann gegen die anderen 18 Mannschaften, die den lokalen BMW Sailing Cup von der Ostsee bis nach Bayern gewonnen haben - hšrt sich gut an!

 

Endlich um 15 Uhr geht es los. Qualifikation mit 3 andern Booten als Team M in der dritten Wettfahrt. Der Wind hat nun 3 Ð 4 in Bšen. Also Genakerverbot Ð GlŸck gehabt konnten wir ja nicht Ÿben Ð aber wo stehen wir? Zwischenzeitlich ist auch der Fanclub mit Familie Schlick (wie konnte es anders sein) und Heinz Wendel aus Langen eingetroffen. Und dann los.

Start klappt ganz gut Ð immer mšglichst lange SchlŠge, da die Manšver noch nicht klappen Ð als Zweiter an der ersten Tonne Ð geht doch Ð den packen wir auch noch Ð und nach 20 Minuten glŸcklich mit einer LŠnge Vorsprung als erster in das Ziel Ð Adrenalin und Motivation pur. Crew und Skipper glŸcklich.

 

Samstag, 09 Uhr

Iska zieht Boot 7 Ð sicher eine GlŸckszahl!  Wind ist toll und immer noch Genakerverbot. Zwei LŠufe zum Einzug ins Halbfinale fŸr die ersten 2 der Gruppe. Wir sind Gruppe 1 und da segeln alle Erstplatzierte von Freitag gegeneinander Ð sind die denn wahnsinnig! Und Iska«s Clubkollege und Angstgegner ist auch noch in dieser Gruppe.

Start Ð Mist verpatzt Ð zu weit in Lee gestartet. Zwischenzeitlich Letzter oh welch Schmach! Konzentration kurz vor dem Ziel noch einen Ÿberholt und die und die Linie als dritter gequert.

 

Zweiter Lauf Ð jetzt aber alles geben: 3 in Bše 4. Ganz in Luv an der Linie. Startschu§ kommt, Bš auch. Schiff krŠngt, lŠuft aus dem Ruder und Oh Gott kein perfekter Start sondern an der Tonne in Luv vorbei. Das Ufer stšhnt. Schnell gewendet, Startlinie Ÿberquert, kurz gebrŸllt und jetzt aber Konzentration. Luv ist gut Ð Backbord fast bis zur Tonne und nun Genaker zum ersten Mal hoch. Perfekt, eine tolle Crew und auf Steuerbordbug geht es fast surfend zur Leetonne. Vor der Tonne Genaker runter, klappt echt gut. Und dann ein Pfiff. Das Schiedsrichterboot hinter uns zeigt die rote Fahne. Wir sollen kringeln, da der Genakerbaum nicht im DreilŠngenkreis wieder im Boot gewesen sein soll. So ein €rger und so ein Unsinn, so ein Schwachsinn. Auf dem Weg ins Halbfinale kurz vor der Leetonne in FŸhrung kringeln. Wer hat den DreilŠngenkreis abgemessen. Den Schrei des Skippers habe man wohl bis ans Land gehšrt. Trotzdem keine SchwŠche zeigen und - und - und -  als Erster ins Ziel ! Halbfinale !!! Wer hŠtte das gedacht.

 

Sonntag, 30.08. 10 Uhr

Ich kann mit Family etwas spŠter kommen Ð wir brauchen ja (dachten wir) keinen Hoffnungslauf. Also nun in das Halbfinale Ð sollte ja machbar sein Ð wir sind ja echt gut. Alle Manšver durchgesprochen. Kein Problem.

Erster Lauf fŸr uns nach der Schiffahrtspause um 12 Uhr bei 2 WindstŠrken. Start ganz in Luv super. Als erster an der Luvtonne Ð geht dochÉ.. und nun Genaker hoch. Black Out, alle alles vergessen. Wer oder was ist der Genaker wer soll hier was machen???? Das kann doch nicht wahr sein Ð alles zu Ende Ð nur als Dritter všllig frustriert ins Ziel. Stimmung am Ende Ð Finale verpasstÉÉ.

Nun direkt in den Superhoffnungslauf. Boot wird von Nummer 5 auf Nummer 1 gewechselt. Dany und Ann-Sophie rufen:ÒDu schaffst das!Ò Na ja nach der Pleite nun erster von sechs Booten zu werden. Ich bin nicht wirklich Ÿberzeugt.

Zu tief sitzt der Frust des Halbfinales.

 

Egal: Start Ziel Sieg! FINALE  OOOOOOOHHHHH!!!!!!!! FINALE OOHHHHH!!!!!!!!!!!

 

Sonntag 30.08. 14 Uhr

Kann fast nix essen und bin langsam von Bionade Holunder abhŠngig Ð Bier gibt es erst ab 15 Uhr. Beim steigen ins Boot 1 erst mal an der Reling hŠngengeblieben und das rechte Bein aufgerissen- fŠngt ja gut an.

Im Final nun gegen die Crew von Wolfgang Blankenburg. Start mittelmЧig, dritter am der Luvtonne, aber alles ganz eng. Manšver klappen. Knapp Dritter an der Leetonne. Perfekter Bananenschlag zu letzten Luvtonne Ð und Zweiter der Rest weit weg - jetzt nur noch ins Ziel.

Ziel in Sicht, Wind schlŠft ein. NEIN DIE KOMMEN VON HINTEN ANGERAUSCHT.

Aber man muss Regelfest sein. Boot 3 berŸhrt uns mit dem Genaker, obwohl es sich freihalten musste. Boot 6 hinter uns schreit: Kringeln Boot 3. Ich schreie: Kringeln Boot 3. Boot 3 ist irgendwie uneinsichtig und wird dann disqualifiziert (fanden die nicht gut).

 

Nun aber Konzentration. Mit einem Zweiten im ersten Lauf ist jetzt noch viel drin. Jetzt aber beim Start nur nicht hudeln! In Luv, aber kein FrŸhstart, lieber 5 Sekunden zu spŠt. Perfekter Start, aber Boot 3 und Wolfgang Blankenburg mit FrŸhstart. Bitte jetzt aber Konzentration Ð es kšnnte klappen. Erster an der Luvtonne. Und jetzt das Manšver. Super Crew klappt perfekt und 65 Quadratmeter katapultieren uns nach vorne. Udo die Fock eingerollt, Iska den Baum ausgefahren und Michael auf dem Deck den Genaker gehisst. Das macht Freude und der Wind ist stetig. Leetonne klappt perfekt. Lange SchlŠge auf dem letzten Kreuzkurs Ð kšnnte etwas werden. Letztes Genakermanšver Ð Skipper schreit vielleicht etwas zu laut Ð aber Crew arbeitet perfekt! Nun noch einmal schifften und auf Backboardbug mit voller Granate ins Ziel- wie schon Ziel Ð jaaaaaaaaaaaaaaaaa und das als Erster. Tegernsee wir kommen!!!!!

Jubel an Land, Siegerehrung wie im Traum.

 

Montag im BŸro, Westendstrasse 61. Hallo wo bin ich Ð war alles nur ein Traum? Dany angerufen - nein wir fahren zum Deutschlandfinale vom 09.-11- Oktober an den Tegernsee!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

 

TS